Glossar
- Alternative Trade Organisation (Alternative Handelsorganisation)
- Definition:
Alternative Handelsorganisationen werden Importeure fair gehandelter Produkte genannt. Dabei reicht die Spanne von Vereinen und kleinen Gruppen mit begrenztem Warenangebot bis hin zu großen Organisationen. Da es keine bindenen Richtlinien für die zugrundeliegenden Überzeugungen der ATOs gibt, wird seit 1998 regelmäßig der ATO-TÜV vom Dachverband Weltladen herausgegeben.
- Alternativer Handel
- Definition:
Alternativer Handel entstand aus der Erkenntnis, dass die ärmeren Länder beim Handel mit ihren Produkten auf dem Weltmarkt systematisch benachteiligt und ungerecht behandelt werden. Zwar sind Hilfen und Spenden oft nötig, um die schlimmsten Folgen von Kriegen, Hunger und Krankheit zu lindern, aber sie ändern wenig an der Ungerechtigkeit, die die Beziehung zwischen armen und reichen Ländern kennzeichnet und verändern nicht die zugrundeliegenden Strukturen.
- Arabica
- Definition:
Neben einer Vielfalt seltener, handelstechnisch unbedeutender Sorten lassen sich grundsätzlich zwei Arten von Kaffee im Welthandel unterscheiden. Diese ist zum einen Coffea Arabica, die hochwertigere und bis heute ökonomisch dominierende Art. Als Coffea Arabica oder Arabica-Kaffee bezeichnet man eine Pflanze aus der botanischen Gattung Coffea. Man geht davon aus, dass Arabica Kaffee die erste Kaffeepflanze war, die vor ungefähr 1000 Jahren in Arabien gezielt kultiviert wurde.
- Bio/Bio-Siegel
- Definition:
Produkte, die als "Bio" für biologische Landwirtschaft bezeichnet werden, müssen die Kriterien des Bio-Siegels einhalten.
Zur Kennzeichnung von Erzeugnissen aus ökologischem Anbau werden Güte- und Prüfsiegel wie das Bio-Siegel verwendet. Wie bei allen Siegeln ist die Verwendung vom Herausgeber reglementiert und ist an die Einhaltung gewisser Standards und Auflagen gebunden. Durch beständige Dokumentationspflicht sowie regelmäßige Entnahme und Untersuchung von Warenproben soll die Einhaltung der Standards gewährleistet werden. Für alle Bio-Produkte in der EU erfolgt die Überwachung der Einhaltung der Bestimmungen durch die jeweils zuständige Öko-Kontrollstelle, bei Verwendung eines Verbandssiegels zusätzlich durch den jeweiligen Anbauverband.
- Corporate Citizenship
- Definition:
Corporate Citizenship bzw. Unternehmensbürgerschaft bezeichnet das bürgerschaftliche Engagement in und von Unternehmen. Auf Basis verantwortungsvollem Handelns wird eine mittel- und langfristige unternehmerische Strategie verfolgt, um sich über die eigentliche Geschäftstätigkeit hinaus als aktiv für die lokale Zivilgesellschaft oder z. B. für ökologische oder kulturelle Belange zu engagieren.
- Corporate Social Responsibility (CSR)
- Definition:
Corporate Social Responsibility ist einfreiwilliger Management-Ansatz, der über die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben hinaus soziale, ökologische und ökonomische Belange systematisch und im Austausch mit Stakeholdern in alle Bereiche der Unternehmenstätigkeit und entlang der gesamten Wertschöpfungskette integriert.
- Coyotes
- Definition:
"Coyotes" werden Zwischenhändler genannt, die im Auftrag von Grosseinkäufern versuchen, den Kaffee direkt von den Kaffeebauern zu einem Bruchteil des Weltmarktpreises vor Ort aufzukaufen.
- F.L.O.
- Definition:Fairtrade Labelling Organisations
Die Fairtrade Labelling Organizations International ist eine 1997 gegründete Dachorganisation der weltweit 20 nationalen Siegelinitiativen und Produzentennetzwerken. In diesem Zusammenschluss werden gemeinsam Strategien und Richtlinien für die Vergabe von Siegeln erarbeitet. FLO ist mit anderen international tätigen Dachorganisationen im Netzwerk FINE zusammengeschlossen.
- Fairer Handel
- Definition:
Primäres Ziel des Fairen Handels ist es, strukturellem Ungleichgewicht im konventionellen Handel zwischen Industrie- und Entwicklungsländern entgegenzuwirken und Produzenten, besonders kleinbäuerlichen Familien und deren Selbsthilfeinitiativen, eine menschenwürdige Existenz aus eigener Kraft zu ermöglichen. Die Fairtrade-Kriterien sind: stabile Mindestpreise je nach Kaffeesorte und Region, Fairtrade-Sozialprämie für Gemeinschaftsprojekte im Ursprung, zusätzlicher Preisaufschlag für kontrolliert biologischen Kaffeeanbau, Vorfinanzierung der Ernte, langfristige und direkte Lieferbeziehungen, Selbstorganisation der Kaffeepflanzer in demokratischen und transparenten Strukturen (Kooperativen), menschenwürdige Arbeitsbedingungen (z.B. Verbot von illegaler Kinderarbeit und Zwangsarbeit) und Förderung umweltschonender Arbeitsweisen.
- GEPA
- Definition:
GEPA ("Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der dritten Welt mbH", bis Februar 2007 noch gepa Fair Handelshaus) bezeichnet den größteneuropäische Importeur für fair gehandelte Lebensmittel und handwerkliche Produkte aus den südlichen Ländern der Welt.
- Handelsgut Kaffee
- Definition:
Aufgrund seiner spezifischen Anbau- und Handelsbedingungen stellt Kaffee ein Gut der globalen Warenkette dar. Diese verbindet Konsumenten aus in den gemäßigten Klimazonen liegenden Industriestaaten über eine Vielzahl von Handelsstufen mit Produzenten in der gesamten Subtropenzone sowie in tropischen Höhengebieten in überwiegend Schwellen- und Entwicklungsländern. Gemessen am Handelswert ist Kaffee weltweit das zweitwichtigste Handelsgut nach Rohöl.
- International Coffee Agreements (ICA)
- Definition:
Grundlegendes Ziel der Abkommen ist die Ordnung des Weltmarktes für das Handelsgut Kaffee. In den inzwischen sechs verabschiedeten Abkommen der ICO wurden Übereinkünfte zwischen Erzeuger- und Verbraucherländern zu Weltmarktpreisen für Kaffee, stabile Ausfuhrerlöse für die Erzeuger und Versorgungssicherheit für Konsumenten der Verbraucherländer getroffen. Inzwischen ist man vom System der Marktregulierung wieder abgerückt und fördert die Internationale Zusammenarbeit durch Diskussion und Forschung.
- International Coffee Organization (ICO)
- Definition:
Gegründet im Jahr 1962 ist die ICO die wichtigste Internationale Organisation für Kaffeehandel, mit Sitz in London. Mitglieder sind 77 Staaten, davon 45 Kaffee-Exporteure und 32 Importländer. Bisher wurden sechs Internationale Kaffeeabkommen (s. International Coffee Agreements) von der ICO verabschiedet.
- Kaffeegürtel
- Definition:
Als "Kaffeegürtel" bezeichnet man den rund um die Welt nördlich und südlich des Äquators verlaufenden Streifen, in dem Kaffee angebaut wird.
- Kaffeekirsche
- Definition:
Die Kaffeekirsche ist eine rote, kirschenähnliche Steinfrucht mit meist zwei Steinkernen, die mit ihren abgeflachten Seiten zueinander liegen. Diese Steinkerne sind die eigentlichen Kaffeebohnen.
- Kaffeesteuer
- Definition:
Das Kaffeesteuergesetz regelt die Erhebung der Kaffeesteuer. Als indirekte Bundessteuer werden für Kaffee sowie kaffeehaltige Waren Verbrauchssteuern erhoben.
- Label
- Definition:
Das englische Wort Label entspricht der neutralen deutschen Bezeichnung Etikett. Aufgrund seiner weit verbreiteten Verwendung im wirtschaftsethischen Kontext und insbesondere im Fairen Handel wird es jedoch im Folgenden als Synonym für ethische Warenzeichen betrachtet (s. auch Siegel).
- LOHAS
- Akronym für:
LOHAS steht für "Lifestyle of Health and Sustainability“ (Lebensstil für Gesundheit und Nachhaltigkeit) und bezeichnet einen Typ von Konsumenten oder Lebensstil. Durch das Konsumverhalten werden die Wertvorstellungen zum Ausdruck gebracht und Nachhaltigkeit und Gesundheit gefördert. Der Anteil der seit Anfang des Jahrtausends als solche benannten Konsumenten steigt, wobei Abgrenzungen zu anderen Lebensstilen oder Bewegungen wie "Slow Food" schwierig sind.
- N.G.O.
- Definition:non-governmental organisation (engl.)
Eine Nichtregierungsorganisation (NRO) ist eine nichtstaatliche Organisation, die nicht auf Gewinn gerichtet ist und unabhägig von staatlichen Stellen agiert.
- Nachhaltigkeit
- Definition:
Das in der Forstwirtschaft seit Jahrhunderten angewandte Prinzip der Nachhaltigkeit ist unter dem Aspekt der Ökonomie als Art des Wirtschaftens zu bezeichnen, bei welchem derzeitige Bedürfnisse befriedigt werden, ohne zukünftigen Generationen die Lebensgrundlage zu entziehen (sustainable development). Kennzeichnung durch langfristig orientiertes Denken und Handeln, um ein Fließgleichgewicht der natürlichen Ressourcen zu erreichen. Nachhaltigkeit betont ursprungsgemäß zwar ökologische Aspekte, diese sind jedoch untrennbar mit der ökonomischen, der sozialpolitischen, der kulturellen und der religiösen Dimension nachhaltigen Handelns verbunden. Sie ist aus Sicht der Unternehmen als politisches Leitbild oder ethischer Grundwert zu verstehen, dessen konkrete Umsetzung auf der Managementebene die Konzepte CSR und CC darstellen (Quellen: Alisch et al., 2004 und Stückelberger, 2001).
